Willkommen

Willkommen beim Internet-Auftritt des Bürgervereins Synagoge e.V. Bad Neuenahr-Ahrweiler. Wir bekennen uns zum Gedanken der Völkerverständigung, insbesondere zwischen Deutschland und Israel. Wir halten das Gedenken an die ausgelöschte jüdische Gemeinde wach, deren Kultraum diese Synagoge bis zu ihrer Zerstörung 1938 durch die Nationalsozialisten war. Da hier keine jüdische Gemeinde mehr existiert, dient die Synagoge jetzt kulturellen Zwecken.

Der im Jahr 1978 gegründete Bürgerverein Synagoge e.V. hat 1981 die Synagoge erworben und in den folgenden Jahren bis 1990 in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege renoviert. Heute ist innen und außen der ursprüngliche Zustand weitgehend wiederhergestellt. Die Synagoge ist im Leben der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler zu einem wichtigen Treffpunkt für kulturelle Veranstaltungen geworden. Sollte es je wieder eine jüdische Gemeinde im Ahrtal geben, würde die Synagoge wieder das sein können, was sie einmal war: Ein Haus der Zusammenkunft und des Gottesdienstes.

Der Bürgerverein beging am 09.11. 2008 sein 30jähriges Bestehen mit einer Feier und dem Gedenken an die Opfer der “Reichspogromnacht”, die sich am gleichen Tage zum 70. Mal jährte. Zu Gast war der Frauenchor “Bereschit” unter der Leitung von Svetlana Orlik. Aus Koblenz angereist, gaben sie für diesen Abend der Synagoge das Gefühl eines Gotteshauses zurück. Ausschnitte aus ihrem Programm:

“Avinu Malekeinu” Solist: Michael Aranowski

“Ja Ribon Olam” Solistin: Sinaida Lisbanova

“Schalom Aleichem” Solistin: Sinaida Lisbanova

Bei Klick auf die Liednamen öffnet sich ein neues Fenster (bitte ein wenig Geduld haben) und das Lied sollte eigenständig beginnen. Bitte um Nachsicht bei der bescheidenen Aufnahmequalität…

Die Lage: Hier ist die Synagoge zu finden.

Ehemalige Synagoge AHRWEILER Altenbaustraße 12a (100 m westlich vom Marktplatz), Parkplatz am Mauerdurchbruch

Der Bürgerverein lebt von Mitgliedsbeiträgen, Mieteinnahmen und Spenden. Hiermit wird auch der Erhalt des Gebäudes gewährleistet.

Die Spendenkonten des Bürgervereins (bei Spenden bis 200 Euro genügt ein Überweisungsträger als Spendenbescheinigung, bei höherem Betrag erfolgt eine Ausstellung durch den Verein):

Kreissparkasse Ahrweiler
IBAN: DE 82 5775 1310 0000 8156 05
BIC: MALADE 51 AHR

Volksbank RheinAhrEifel
IBAN: DE 87 5776 1591 0502 5178 00
BIC: GENODE D1 BNA

Unterstützen Sie uns mit Ihrer Mitgliedschaft (ab 30 Euro Jahresbeitrag). Anmeldung beim Verein unter KONTAKT.

Die Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler informiert im Juni 2011:

„Stolpersteine“ erinnern an Opfer der Nationalsozialisten Erstverlegung 2012 – Informationen und Fotos gesucht!

Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Ein Mensch ist vergessen, wenn sein Name vergessen ist“: Mit diesem Satz wendet sich Gunter Demnig im Rahmen seines Projektes „Stolpersteine“ seit Jahren gegen das Vergessen von Millionen Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Der Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler hat im vergangenen Jahr beschlossen, auch in der Kreisstadt Stolpersteine für in der Nazi-Zeit verfolgte jüdische Bürger verlegen zu lassen. Die Erstverlegung mit Künstler Gunter Demnig sowie ein Themenjahr der Rathaus-Kultur unter dem Motto „Stolpersteine“ mit zahlreichen unterschiedlichen Veranstaltungen sind für 2012 geplant.

Gemeinsam mit dem Bürgerverein „Ehemalige Synagoge Ahrweiler“ und in Kooperation mit dem Stadtarchiv unter Mithilfe des Kreisarchivs recherchiert die Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler zur Zeit das Leben der Einwohner, die zwischen 1933 und 1945 deportiert und dann in Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet wurden. „Durch die Aufarbeitung der persönlichen Geschichte jedes Einzelnen wollen wir den Namen wieder ein Gesicht geben und somit einen Beitrag zu einem würdigen Gedenken leisten“ so Bürgermeister Guido Orthen.

Rund 27.000 „Stolpersteine“ liegen zwischenzeitlich in mehr als 600 Städten in ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland. Es handelt sich hierbei um 10 x 10 cm große Betonsteine, auf deren Oberfläche sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. Sie werden jeweils vor dem letzten freiwillig gewählten Wohnort des Opfers mit der Aufschrift „Hier wohnte…“ in das Pflaster des Gehweges eingelassen. Für die Herstellung und Verlegung der Stolpersteine bietet Künstler Gunter Demnig Patenschaften für 95,- Euro pro Stein an. Erste Spender haben sich bereits bei der Stadtverwaltung gemeldet.

Aus Bad Neuenahr-Ahrweiler sind 1942 mehr als 60 Personen deportiert und ermordet worden, darunter alte Menschen ebenso wie Kinder, vormals vermögende Hotelbesitzer ebenso wie arme Händler. Häufig traf es sogar ganze Familien, wie das schreckliche Schicksal der Familie Ermann aus Ahrweiler zeigt: Die Familie Ermann besaß seit Mitte der 1920er Jahre in der Straße „Auf der Rausch“ ein eigenes Haus, in dem Vater Alfred Ermann eine Viehhandlung betrieb. 1941 wurde er von der Ortspolizeibehörde aufgefordert, sein Haus zu räumen, um es einer „arischen“ Familie zu überlassen. Zusammen mit seiner Frau Julia und den Töchtern Hilde und Ruth musste er in das Haus der jüdischen Familie Gärtner in der Plätzerstraße umziehen. Von hier wurden alle vier Familienmitglieder im April 1942 deportiert. Alfred, Julia und Hilde Ermann wurden im Vernichtungslager Sobibor ermordet, die zum Zeitpunkt der Deportation erst 14-jährige Ruth starb später im Ghetto Theresienstadt.

Auch die alt eingesessene Familie Levy, die in Ahrweiler eine Metzgerei betrieben hatte, wurde fast völlig ausgelöscht: Die Eltern ebenso wie vier ihrer sechs erwachsenen Kinder. In Bad Neuenahr musste Gustav Borg sein Hotel „Stadt London“ in der Poststraße als Sammellager für Juden zur Verfügung stellen. Im April 1942 wurde er selbst aus seinem Hotel vertrieben, deportiert und ermordet. Auch Gustavs Ehefrau Else, seine Mutter Henriette, seine Tochter Ruth sowie seine Schwester Else mit deren Mann und dem 12-jährigen Sohn Armin ereilte das gleiche schreckliche Schicksal.

Alle diese Menschen hatten jahre- und jahrzehntelang in Bad Neuenahr, Ahrweiler oder Heimersheim ihr Leben verbracht. Doch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft traf diejenigen, die bis 1941 noch nicht aus dem deutschen Einflussbereich geflüchtet waren bzw. denen eine Flucht nicht gelungen war, mit aller Härte. Die Menschen wurden aus ihrem Leben herausgerissen und starben in der brutalen Vernichtungsmaschinerie der Nationalsozialisten einen grausamen Tod.

Da die Informationen zu den jüdischen Personen äußerst lückenhaft sind, bittet die Stadtverwaltung die Bevölkerung um Mithilfe: Wer hat noch Informationen über jüdische Personen bzw. Familien aus Bad Neuenahr-Ahrweiler? Gesucht werden neben Briefen, Postkarten und persönlichen Unterlagen auch Fotos, z.B. von Schulklassen, auf denen jüdische Schüler abgebildet sind, von Häusern, die von Juden bewohnt wurden etc. Kennen Sie noch Widerstandskämpfer oder wegen ihrer Behinderung (Euthanasie) ermordete Einwohner? Das Rathaus nimmt Informationen gerne montags bis donnerstags von 8 bis 12 Uhr unter der Tel. 02641/87-198 und -260 entgegen (Ansprechpartner Karl Walkenbach).

„Die Stolpersteine sollen in erster Linie an die ermordeten Menschen erinnern, aber natürlich auch daran, dass ein totalitäres System wie der Nationalsozialismus auf Menschenverachtung, Gewalt und Terror aufbaut und daher nie wieder zugelassen werden darf“, so Bürgermeister Guido Orthen. Das Themenjahr der Rathaus-Kultur wird sich daher auch verschiedenen Aspekten des Themas „Verfolgung“ widmen. Im Zentrum wird neben der Stolperstein-Verlegung mit Künstler Gunter Demnig eine Ausstellung stehen, welche die Schicksale der Ermordeten zu rekonstruieren versucht.

Die „Juden-Kennkarte“ von Gustav Borg. Der Bad Neuenahrer Hotelier wurde 1942 deportiert und kam in Polen ums Leben. Foto: Stadtarchiv Bad Neuenahr-Ahrweiler

Künstler Gunter Demnig hat mittlerweile über 27.000 Stolpersteine in Deutschland und dem benachbarten Ausland verlegt. Foto: www. Stolpersteine.com (Fotografin: Karin Richert)